Zurück zu Blogger

Leider musste ich in diesem Blog bei wordpress.com feststellen, dass es dort nur wenige ansprechende Widgets gibt und die persönliche Gestaltung sehr stark eingeschränkt ist. Zudem ist der persönliche Support bei Blogger um einiges besser als bei wordpress.com. Darum bin ich wieder zu meiner alten Blogadresse

https://gerhardsgedankenbuch.blogspot.com/

zurück gekehrt. Alle Blogposts und alle Kommentare bleiben erhalten.

Ich entschuldige mich bei Euch für diese Unannehmlichkeiten.

Speicher für Träume

Schon seit Jahren träume ich sehr viel. Mittlerweile kann ich mich nach dem Aufwachen nicht mehr an die Inhalte erinnern. Und die Gefühle der Träume wirken nach dem Aufwachen noch nach und ich muss in die Realität wechseln. Heute Morgen hat dieser Wechsel ziemlich lange gedauert. Und ich hätte mich gerne an den Inhalt meiner Träume erinnert, weil ich davon überzeugt bin, dass mir meine Träume bestimmt manch einen Hinweis zu meinem realen Leben geben können, den ich im realen Leben übersehe.

Darum kam mir auch heute nach dem Aufwachen der Gedanke: Es müsste einen Speicher geben, auf den meine Träume automatisch aufgespielt würden, so dass ich jederzeit mal reinschauen und überlegen kann, wo es möglicherweise in meinem realen Leben noch etwas zu beachten gäbe.

Erlebnisse meiner Kindheit [7]

Bevor es zur Bescherung ging, mussten ich und meine Geschwister ein paar Weihnachtslieder auf der Blockflöte spielen, was uns ziemlich missfiel – zumindest mir missfiel es, an die Reaktionen meiner Geschwister kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern.

Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn wir eine musikalische Familie gewesen wären, was aber ganz und gar nicht der Fall war. Hätten wir auch übers Jahr verteilt musiziert und/oder gesungen, hätte ich es vermutlich als etwas empfunden, was zum Weihnachtsfest gehört.

Doch nur zu Weihnachten musizieren und das unmittelbar vor dem Geschenkeauspacken – das war schon heftig.

Was nehme ich aus der Pandemie mit?

Es gibt einige Dinge, die mir in der Pandemie aufgezwungen wurden, an die ich mich mittlerweile so weit gewöhnt habe, dass ich mir vorstellen kann, dass sie die Pandemie überdauern könnten:

  • Das viele zu Hause allein sein. Das fällt mir mitunter sehr schwer, ist aber keine wesentliche Verschlechterung zu der Zeit vor der Pandemie. Ich lese, gehe spazieren, schaue mir Dokumentationen und Actionfilme an (um nur drei Beispiele zu nennen.)
  • Direkt vor der Haustüre habe ich Natur, so dass ich mich häufiger zu einem Spaziergang aufraffen kann.
  • Die Cafébesuche werden mir zwar fehlen, aber Kaffee und Kuchen zu Hause ist billiger, und ich kann in mir vertrauter Umgebung Kaffeetrinken. Zudem gebe ich auf diesem Weg weniger Geld aus.

Zum Thema „weniger Geld ausgeben“: Über die Jahre habe ich mir den ein oder anderen Euro zurückgelegt, musste und muss mich dafür aber auch sehr einschränken. Über die letzten sechs Jahre konnte ich mir beispielsweise 600 Euro für Urlaub zurücklegen. Davon kann ich gerade mal zwei oder drei Wochenendurlaube machen oder einen etwas anspruchsvolleren Wochenurlaub.

Die Pandemie in dieser aktuell krassen Form wird uns noch einige Zeit begleiten. Sie wird auch nicht von heute auf morgen per Politikerbeschluss beendet sein, sondern langsam ausklingen. Ich bin neugierig darauf, was in dieser Zeit noch so alles in meinem Leben geschehen wird.

Ein anonymes Grab

Bis vor etwa einem Jahr habe ich mir vorgestellt, nach meinem Tod in einem Sarg mit Grabstein beerdigt zu werden. Und den Grabstein müsste ein wunderbarer Spruch schmücken. Davon habe ich mich zwischenzeitlich verabschiedet.

Ich möchte verbrannt werden und in einem anonymen Grab meine letzte Ruhe finden. Mein Körper wird dann nicht mehr gebraucht. Überlegen werde ich mir vielleicht noch, ob ich ihn der Wissenschaft zur Verfügung stellen werde. Ein kleiner, unscheinbarer Grabstein wird mir reichen – mit meinem vollständigen Namen, meinen Geburts- und meinem Todestag.

Wer mich im Leben unbeachtet gelassen hat, wird das auch nach meinem Tod tun. Wem ich im Leben wichtig war, für den werde ich auch noch nach dem Tod wichtig sein – sei es in Gedanken, Gefühlen oder bei einem Besuch an meinem Grab. Und für diese Menschen ist der kleine, unscheinbare Grabstein so etwas wie eine Hausnummer.

Die ein oder andere Spur werde ich in meinem Leben hinterlassen haben. Und ich freue mich über jede angenehme und helfende Spur, die ich bis dahin noch hinterlassen kann.

Die Welt verändern

Immer wieder ärgere ich mich über all das Schlechte in dieser Welt und übersehe dabei zwangsläufig die guten Menschen und Dinge. Das ist ganz schlecht. Ich kann mit dem Kopf vor die Wand laufen oder von der Kirchturmspitze in den Tod springen. Und was verändere ich damit? Nichts – und spöttisch könnte man sagen, ich befreie die Welt von mir.

Und genau hier kommen die Corona bedingten Kontaktsperren ins Spiel. Einerseits ärgere ich mich über den Umgang der „Verantwortlichen“ mit dieser Pandemie, andererseits hilft mir das Alleinsein auch, mich immer wieder zu erden, zu sehen, was ist und in Ruhe zu überlegen, wie ich damit umgehen kann. Das fällt mir imme wieder sehr schwer.

Ich will weder die Augen nicht nur vor der Pandemie verschließen, sondern auch weiterhin darüber nachdenken, aber auch aufbauende Dinge tun wie Lesen, Spazierengehen, mir Krimis und Dokumentationen ansehen. Damit verändere ich die Welt null und gar nicht. Doch ich hoffe, dass ich mich verändern kann und sich das nach den Kontaktsperren positiv auf die Menschen auswirken wird, mit denen ich Umgang habe und die ich wertschätze.

Ein Freund

Schon seit meiner Jugend wünsche ich mir einen Menschen, der eine Generation (für mich ca. 30 Jahre) älter ist als ich und mir ein vertrauensvoller und vertrauenswürdiger Freund. Ein Mensch, mit dem ich offen und angstfrei über wirklich Alles in meinem Leben reden und austauschen kann. Ein Mensch, der mich für meine Einstellungen und Handlungen nicht verurteilt, sondern sie zu verstehen sucht, sofern er sie nicht versteht. Ein Mensch, der nicht versucht, mich zu verändern, sondern mich so annimmt, wie ich bin – mit sämtlichen Ecken und Kanten. Ein Mensch, mit dem ich nicht nur vertrauensvoll reden, sondern auch lachen und traurig sein kann. Ein Mensch, der mir das Gefühl gibt und es lebt, was Loyalität und wirkliche Freundschaft sind.

Diesen Freund habe ich nie gefunden und bräuchte ihn in dieser kontaktarmen Zeit doch sehr dringend. Wir leben in einer Zeit der Pandemie, in der echte sich schnell von unechten Freunden unterscheiden und das Aufbauen neuer Kontakte sehr schwierig bis unmöglich ist.

Uns allen wünsche ich, dass wir seelisch und körperlich gesund durch den sehr kontaktlosen November 2020 kommen.

Leben mit Corona

Vor einiger Zeit hatte ich mich mal entschlossen, mich mit dem Thema Corona nicht mehr zu beschäftigen, weil es mich nur mehr und mehr verwirrte. Doch mit den zunehmenden Ansteckungen und der allgegenwärtigen Medienpräsenz ist es damit vorbeit. Und glücklicherweise habe ich festgestellt, dass das auch gut so ist.

Mit meinen Einstellungen und Gedanken fühle ich mich jetzt nicht mehr so allein gelassen, weil viele Menschen in meinen sozialen Netzwerken, Wissenschaftler, Journalisten und viele andere Menschen – so beispielsweise der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier – in ähnlichen Richtungen denken wie ich. Das nimmt mir ein ganzes Stück Druck von der Seele, der mich sehr bedrückt – zumal ich im privaten Umfeld keinen Menschen habe, mit dem ich mich austauschen kann. 

Mit meinen Sorgen und Ängsten stehe ich also nicht alleine. Das ist für mich eine sehr wichtige Erkenntnis und seelische Grundlage für den Umgang mit dieser Pandemie. Und noch eine aus meiner Sicht unumstößliche Tatsache ist das Wissen darum, dass wir Corona nicht werden besiegen können, sondern werden lernen müssen, damit zu leben. 

Deshalb bemühe ich mich, ruhig, sachlich und angstfrei mit dieser Thematik umzugehen gemäß dem Leitsatz „Bange machen gilt nicht“.

Ich wünsche Euch eine gesunde und angstfreie Zeit. 

Eine verkehrte Trauer?

 Es gibt Menschen, die beim Tod nahe stehender Menschen nur innere Leere, aber keine Trauer empfinden und auch keine Tränen haben. Die aber trauern und weinen können, wenn fremde Menschen sterben. Kann eine solche Trauer verkehrt (falsch) sein? Wenn man es als Grundsatz akzeptiert, dass es weder falsche noch richtige Gefühle gibt, ist eine solche Trauer wie sie ist.

Doch ich frage mich immer wieder nach den Ursachen und finde keine Antworten.

Tschüss Corona-Warn-App

Seit Veröffentlichung der Corona-Warn-App habe ich sie auf meinem Smartphone installiert. Doch einen Mehrwert hat sie mir nie geboten: Laut den wöchentlichen Benachrichtigungen haben ich jeden Montag zwischen 11 Uhr und 12 Uhr eine mögliche Begegnung mit einem Infizierten. Das muss wohl ich sein, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch zu Hause bin. Außerdem zeigt mir die App seit einigen Tagen nicht immer das richtige Datum der letzten Aktualisierung an. 

In der Ausgabe des Stern 39/2020 veröffentlich der Stern unter der Überschrift „Der Rohrkrepierer“ eine Umfrage unter Gesundheitsämtern, die der Corona-Warn-App ein ziemlich schlechtes Zeugnis ausstellt. Diese Umfrage war für mich der Anlass, mich von dieser App wieder zu verabschieden. Leider verbirgt sich dieser Artikel hinter einer Bezahlschranke. Wer weiß, wie diese Bezahlschranke zu umgehen ist bzw. mit welchem anderen Link dieser Artikel vollständig zu lesen ist, möge das in den Kommentaren schreiben.  

Selbstverständlich werde ich weiterhin einer möglichen Corona-Ansteckung vorbeugen, indem ich mich an die Maßnahmen halte, die ich schon vor vier Monaten beschrieben habe.